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»Arboform«: flüssiges Holz soll mit Kunststoff konkurrieren

Thermoplast ist schadstoffarm, biologisch abbaubar und günstig

 
Produkte aus »Arboform«. Quelle: Tecnaro (10.08.2004): Einen Verbundwerkstoff, der so vielfältig eingesetzt werden kann wie Kunststoff, hat die Tecnaro GmbH aus Eisenach entwickelt. »Arboform« besteht aus Pflanzenfasern und Lignin, das bei Pflanzen für die Holzbildung sorgt. Aus dem Thermoplast können Lautsprecherboxen, Monitorgehäuse oder Handys gefertigt werden. Die Vorteile: die natürliche Mischung ist schadstoffarm, lässt sich umweltfreundlich entsorgen und ist biologisch abbaubar. Für »Arboform« erhielten die Thüringer die international renommierte Auszeichnung »Material Excellence« für den besten Werkstoff. „Unser Ziel war, aus Lignin und Pflanzenfasern ein nachhaltiges Gehäuse für Lautsprecherboxen zu entwickeln“, sagt Jürgen Pfitzer, einer der beiden Gründer von Tecnaro. Denn an Boxengehäuse werden besonders hohe Anforderungen gestellt: sie dürfen den Klang nicht beeinträchtigen, müssen schadstoffarm sein und gut aussehen. Wegen dieser Kriterien lässt sich ein Material, das sich für Boxen eignet, auch für vieles andere einsetzen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat die Entwicklung des umweltentlastenden Verbundmaterials mit rund 189.000 Euro gefördert. Gemeinsam mit der Sony Wega Produktions GmbH (Stuttgart), Sony International, der Hans-Hermann Bosch GmbH (Mülhausen) und dem Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT, Pfinztal) entwickelten die Eisenacher »Arboform«. Dafür werden Naturfasern wie Flachs, Hanf oder Sisal mit speziellen Ligninarten vermischt und zu Pellets gepresst. Aus diesem Basismaterial entstehen Formteile, Profile oder Platten. „Der neue Werkstoff kann als flüssiges Holz bezeichnet werden“, sagt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. „Das Material kombiniert die positiven Eigenschaften von Holz und Kunststoff und eignet sich für technisch anspruchsvolle Anwendungen.“
 
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